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Die gotische Kirche in Szestno wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Sie wurde 1618 durch einen Brand zerstört und später wieder aufgebaut. Man nimmt an, dass die Kirche ein weiteres Kirchenschiff oder eine zum Kirchenschiff hin offene dreijochige Galerie hatte. Die zugemauerten Arkaden in der Südwand belegen dies. (…) Der älteste Teil der noch heute existierenden Kirche ist ein massiver Turm aus dem 14. Jahrhundert mit stark defensivem Charakter. Die zwei Meter dicken Mauern des ersten Stockwerks, die kleinen Fensteröffnungen und die Verbreiterung nach außen sollten den Verteidigern wirksamen Schutz bieten und das Sichtfeld rund um den Turm vergrößern. Die wunderschönen romanischen Architekturdetails im Obergeschoss auf der Südseite des Turms sind in Masuren einzigartig. Der Turm wird von einem Satteldach gekrönt, das mit S-Ziegeln gedeckt ist und von einem einzigartigen Jerusalemer Kreuz dominiert wird. Die Kirche in Szestno stammt in einigen Teilen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ursprünglich stand hier eine Holzkirche, die bei einer nicht näher bezeichneten Invasion niederbrannte. Der heutige Innenraum ist im Barockstil gehalten.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der manieristische Hauptaltar aus der Zeit um 1630 mit den gotischen Figuren der Jungfrau Maria mit Kind und der Heiligen Petrus und Paulus. Die untere Hauptszene zeigt die Jungfrau Maria umgeben von den Aposteln Petrus und Paulus. Diese drei Altarfiguren aus dem späten 15. Jahrhundert wurden 1618 von Pfarrer Stopka vor einem Brand gerettet. Unter dieser Szene befindet sich ein Gemälde des Letzten Abendmahls. Der zentrale Teil des Altars zeigt die Kreuzigung, darüber Christus als Weltenherrscher mit seinen Machtinsignien. Den Altar krönt die Skulptur eines Pelikans, der seine Küken mit seinem eigenen Blut füttert – ein Symbol für die Liebe Christi in der sakralen Kunst. Zwei geschnitzte Köpfe sind im Holzrahmen des Altars platziert, innerhalb der sogenannten „Ohren“, auf Höhe der Kreuzigungsszene. Sie zeigen rechts Martin Luther und links Gustav II. Adolf, König von Schweden, der 1632 in der Schlacht bei Lützen fiel. Auf dieser Ebene des Altars finden wir die Jahreszahl 1647 (16 und 47). Dies ist höchstwahrscheinlich das Jahr, in dem Fabian von Lehndorff den barocken Altarrahmen stiftete. Sein Familienwappen mit den Initialen F.v.L. befindet sich links neben dem Gemälde des Letzten Abendmahls im unteren Teil des Altars, und sein Grabstein mit der Grabinschrift ist unter der Empore an der Nordwand im Inneren der Kirche ausgestellt. F.v.L. starb 1650. (Die Familie Lehndorff spielte, wohlgemerkt, mehrere Jahrhunderte lang eine bedeutende Rolle im Leben Ostpreußens. Mitglieder der Familie besaßen unter anderem Paläste in Sztynort und Kwitajny.)

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1625, ist aber möglicherweise deutlich älter. Sie hat eine fünfeckige Form und zeigt innerhalb der Trennwände die vier Evangelisten in Holz geschnitzt. Über dem Eingang zur Kanzel befindet sich eine lateinische Inschrift: „Qui ex Deo est, Verba Dei audit – Wer aus Gott ist, hört Gottes Worte“ (J(18.37)). Die Kanzelschale ist mit Flachreliefs der vier Evangelisten verziert. Der Kanzelbaldachin ist mit einer Szene gekrönt, die Christus im Kreis der Apostel zeigt. Der Name des Stifters, Lorenz Beck, und zwei Psalmzitate sind auf dem Stufenteil der Kanzel zu sehen.

Die Kirchenbänke stammen vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Die heutigen unterscheiden sich in Stil und Größe, möglicherweise aufgrund der Ergänzungen der Kirchenausstattung nach mehreren Bränden im 17. und 18. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben sind die an den Wänden stehenden Kirchenbänke – das Gestühl. Eines davon, links vom Altar, ist reich mit figürlichem Ornament verziert. Daneben steht eine Kollatorenbank aus dem Jahr 1647. Sie wurde vermutlich von dem bereits erwähnten F. von Lehndorf gestiftet. Er saß während des Gottesdienstes mit seiner Frau darin.

Der Orgelprospekt wurde im 18. Jahrhundert im Rokokostil erbaut. Das Instrument selbst wurde 1805 von der Firma W. Sauer in Frankfurt (Oder) gefertigt. Es verfügt über zwei Manuale und ein Pedal.

Die Decke ist mit Kassettenmalerei aus dem 17. Jahrhundert verkleidet.

Die Trauerbanner von Johannes Ernst Küchenmeister von Sternberg aus dem 17. Jahrhundert und Jan Bernard Wilamowski, dem Starosten von Szestno, der 1711 an der Pest starb, aus dem 18. Jahrhundert. Sie hingen einst neben dem Altar und sind heute an der Nordwand zu sehen.

/Text bearbeitet nach dem Originaltext/ O Szestnie i kościele – podróże po Warmii i Mazurach [ Über Szestno und die Kirche – Reisen in Ermland und Masuren ]

Szestno ist ein interessanter Ort an der Touristenroute Mrągowo-Kętrzyn in der Masurischen Seenplatte. Die örtliche Kirche und die Burgruine werden von vielen Reisenden und Enthusiasten beschrieben. Daher weisen wir gerne auf interessante Artikel zu diesen Orten hin.

Encyklopedia o kościele w Szestnie [Enzyklopädie über die Kirche in Szestno]

Moje Mazur – Szestno [Meine Masuren … Szestno]

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